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Fantôme Verlag

VERLAGSPROGRAMM  

Fantôme Vol. 71

Martin Eberle
Hi Schatz!
Zweite, erweiterte Ausgabe

Fotografien 1997–2009
Martin Eberle
Text Heinrich Dubel
+ alle Jeans-Team-Songtexte
+ Flexi Disc


Seiten: 212
Softcover Fadenheftung
Größe: 22,3 × 32 cm

ISBN 978-3-940999-53-5
€ 49.-


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Auszug/extract:

Im Fantôme Verlag Berlin erschien soeben die erweiterte, zweite Ausgabe des Buches »Hi Schatz!« von Martin Eberle (Fotografien) und Heinrich Dubel (Psycholinguistische Miniaturen), das nach seinem ersten Erscheinen im Jahr 2019 schnell vergriffen war.

Ergänzt um eine Flexi Disc, auf der Heinrich Dubel den titelgebenden Brief »Hi Schatz!« liest, und um 16 Seiten erweitert (darin auch erstmalig alle Songtexte der Band Jeans Team aus den Jahren von 1997 bis 2006), wird das Buch auch für glückliche Besitzer der ersten Auflage interessant sein.

Hörprobe (Flexi Disc):
Heinrich Dubel liest den Brief "Hi Schatz"



Die Fotografien des Buches »Hi Schatz!« von Martin Eberle sind zwischen 1997 und 2009 entstanden. Sie dokumentieren Berlin genauso wie die Stadt damals – jenseits aller offiziellen Projektionen – tatsächlich war: unfertig, provisorisch, kaputt, übriggeblieben, frei, fantastisch. Vor allem funktioniert der öffentliche und halböffentliche Raum der Stadt in dieser Zeit auch als Träger informeller Kommunikation – Zettel, die irgendjemand irgendwo hinhängt. Ein Liebesbrief, der verloren geht. Flyer, die weitergegeben werden. Jemand sprüht etwas an eine Wand. Die alltägliche und kaum mehr bewusst wahrgenommene Oberfläche der Stadt wird zur Folie privatester Minibotschaften, eigenwilliger Designlösungen oder nackten Irrsinns. Vieles davon ist ohne Insiderwissen, sei es durch Kunstverstand oder Milieukenntnis, nicht zu entschlüsseln. Deutlich wird jedoch immer eine ungezähmte Gestaltungskraft, die sich die Stadtlandschaft nimmt und ihr eine eigene Interpretation verpasst. Nischen und Brachflächen werden besetzt, verändert und für die eigene Nachricht oder einen Witz genutzt.
Die Fotografien dieser Aneignungen lassen das Berlin dieser Jahre nochmal auferstehen, sie zeigen die Großstadt persönlich, schmutzig, verletzlich, emotional, die vielen Nischen und verlorenen Ecken, den ganzen Wahnsinn. Martin Eberle hat sich zu einer ähnlichen Thematik auch bereits mit seinem Band »Temporary Spaces« (Gestalten Verlag) profiliert.

Ergänzt wird »Hi Schatz!« durch Kurztexte von Heinrich Dubel, sogenannten psycholinguistischen Miniaturen des Alltagslebens, die unter dem Begriff »Stimmen hören« subsumiert werden können. Es sind Textfragmente und Mitgehörtes aus dem öffentlichen Raum, das erinnert und aufgeschrieben ein besonderes Hintergrundgeräusch dieser Großstadtabbildung ergibt.


»Als das Chaos noch nicht aufgebraucht war«, schrieb Gunnar Lützow in der »Berliner Zeitung« über diese Sammlung von Fotografien, die in der großstädtischen Verwirrung auf kommunikative und tatsächliche Unfälle schauen und darauf, wie die Botschaften ihren Weg finden, während Dubel auf die Stimmen der Stadtbewohner lauscht. Es ist auch der Blick auf eine Zeit, die vielleicht als ungeordneter und reicher an Möglichkeiten erlebt wurde.

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english version:

The photographs in Martin Eberle's book "Hi Schatz!" were taken between 1997 and 2009. They document Berlin exactly as it actually was back then – beyond all official projections: unfinished, provisional, run-down, remaining, free, fantastic. Above all, the public and semi-public spaces of the city at that time also function as carriers of informal communication – slips of paper that someone hangs somewhere, a love letter that gets lost, flyers that are passed on, something someone sprays on a wall. The everyday and no longer consciously perceived surface of the city becomes a foil for the most private mini-messages, idiosyncratic design solutions, or sheer insanity. Much of it cannot be deciphered without insider knowledge – or, more exactly, without being art savvy or familiar with the social environment. Always obvious, however, is an untamed creative force that appropriates the urban landscape in terms of an own interpretation. Niches and empty spaces are occupied, altered, and utilized to convey one's own message, or a joke.
The photographs of these appropriations resurrect the Berlin of those years and portray the city as personal, dirty, vulnerable, and emotional, showing its many niches and lost corners, and the whole craziness of it. Martin Eberle has already made a name for himself by dealing with a similar subject in his book "Temporary Spaces" (Gestalten Verlag).

"Hi Schatz!" is supplemented by Heinrich Dubel’s so-called psycholinguistic miniatures of everyday life, short texts that can be subsumed under the catchphrase "hearing voices." They consist of text fragments and utterings seen or overheard in public places – and provide, written down from memory, a special "background noise" to Eberle‘s portrait of a big city.

Presse:
Berliner Zeitung: Gunnar Lützow, Als das Chaos noch nicht aufgebrauch war, 22. November 2019 (pdf)




Martin Eberle, "blinkenlights installation, Haus des Lehrers, Alexanderplatz, Februar 2002" '
signierter und datierter Fotoabzug, 20 x 30 cm, glänzend, Fujicolor Professional Paper

49,00 €
order@fantome.de


Martin Eberle - "Ich glaub..." (Rosenthaler Straße / Alte Schönhauser Straße, Dezember 1998)
40 x 50 cm, Inkjet Print on Hahnemühle Photo Rag, Edition of 10

Edition of 10 + 2 AP
order@fantome.de