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Fantôme Verlag

VERLAGSPROGRAMM  

Fantôme Vol. 73

Teresa Mayr
horsetails (Pferdeschwänze)


Seiten: 40
Softcover, Fadenheftung
Größe: 20 x 28 cm

ISBN 978-3-940999-54-2
€ 15.00


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Auszug/extract:

Seltsam ungewohnt stoßen verschiedene Flächen aufeinander, ihr Zusammenstoß löst Gänsehaut aus. Diese struppigen Zeichnungen! Angenehm kratzig lassen sie sich betrachten, bieten Struktur und Widerstand. Daneben dann diese Flächen, die man nicht so recht zu fassen bekommt. Zu vollkommen sind sie und frei von jeder Spur. Gleich gleitet man wieder ab, wie auf Eis oder einer seifigen Spiegeloberfläche.
Teresa Mayr, die sich in ihren Zeichnungen intensiv mit dem städtischen Raum als Umgebung befasst, schafft mit ihrem Heft „horsetails (Pferdeschwänze)“ einen ganz neuartigen Raum, dem es gelingt, scheinbar Widersprüchliches zu vereinen. Diese neue Verortung erlaubt es den Zeichnungen, ihren thematischen Rahmen aufzuweichen und sich treiben zu lassen. Formal werden die gescannten Bleistift- und Markerzeichnungen ergänzt um digitale Formen und Flächen. Inhaltlich werden Bilder einer physisch-urbanen Umgebung überlagert von Bildzitaten aus der digitalen Welt. In diesem fragmentarischen Gemisch verschwimmt dann alles, bisweilen kommt es zu Ausflockungen. Allein das Heft stiftet Zusammenhalt. Mit seiner linearen Leserichtung von vorn nach hinten versucht es, eine Ordnung zu schaffen, die mit der assoziativen Nichtordnung des Virtuellen jedoch korrelieren muss.
Diese Spannung bleibt durchgehend erhalten.
Sehr persönliche Gedankenbilder beherbergen die Seiten. Stellenweise ist das wie ein fröhliches Bilderbuch, fluide und intuitiv gebaut. Haus mit Apfelbaum und Regenbogen über zartem Grün. Pelzige Aprikosen, Delfinsticker, ein Bunny. Schäumen, spritzen, rieseln, erotische Anspielungen. An anderen Stellen schlägt es bald um in irritierende Szenarien: Behandlungsstühle mit ungeklärter Funktion, beunruhigende Apparaturen. Rapunzels Zopf ist abgeschnitten, Schlangen winden sich aus Körpern heraus, der angebissene Apfel. Und immer wieder Vulkanausbrüche. Vereinzelt mischen sich Schriftzüge und Kommentare unter die Bilder und begründen eine hermetische Emblematik. Symbolkenntnisse können die (Bild)Lektüre vertiefen, führen jedoch nicht unbedingt zu vollständiger Entschlüsselung. So kann das Heft immer wieder neu von vorn gelesen werden.

Text: Miriam Albert


Über die Künstlerin
Teresa Mayr wurde 1992 in Friedberg/Bayern geboren und studierte Bildende Kunst an verschiedenen Hochschulen und Universitäten. Seit dem Abschluss als Meisterschülerin von Prof. Ina Weber an der UdK Berlin ist sie als freischaffende Künstlerin tätig und promoviert derzeit an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Zeichnungen wurden u. a. mit dem Preis der Schulz-Stübner-Stiftung und dem Young European Artist Trieste Contemporanea Award ausgezeichnet. Neben ihrer zeichnerischen Arbeit schreibt Teresa; einer ihrer Texte wird demnächst im "Atlas der Datenkörper" im transcript Verlag erscheinen. Sie erhielt zweimal eine Förderung aus dem Publikationsfonds für Nachwuchskünstlerinnen der Bauhaus-Universität Weimar und ist im Moment Promotionsstipendiatin der Konrad-Adenauer Stiftung. Im Sommersemester 2024 übernimmt sie einen Lehrauftrag an der Bauhaus-Universität. Teresa Mayr lebt und arbeitet in Berlin.


Weitere Veröffentlichungen von Teresa Mayr im Fantôme Verlag:

Teresa Mayr - Google Earth Book
Teresa Mayr - seit wir game of thrones kucken, schlafe ich auf dem bauch

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english version:

Different surfaces collide in a strangely unfamiliar way; their collision raises goose bumps. These shaggy drawings! Pleasantly scratchy, they present themselves to the viewer and offer structure as well as resistance. Next to them are these surfaces one can' t quite get a grip on. They are too perfect, and free of any trace. Immediately one "slides off" of them, as if slipping on ice or a soapy mirror surface.
While her drawings deal intensively with urban space as an environment, Teresa Mayr's booklet "horsetails" creates a completely new kind of space that succeeds in uniting the seemingly contradictory. This new setting enables the drawings to soften up their thematic framework and let themselves drift. Formally, the scanned pencil and marker drawings are supplemented by digital forms and planes. Contentwise, images of a physical urban environment are overlaid with quotations of images from the digital world. In this fragmentary mixture, everything becomes blurred; sometimes flocculation occurs. Only the booklet as such provides cohesion. With its linear reading path from front to back, it attempts to create an order that must, however, correspond with the associative non-order of the virtual. This tension is maintained throughout.
The pages contain very personal mental images. Some passages feel like a cheerful picture book, put together fluidly and intuitively. House with apple tree; rainbow over delicate greenery. Furry apricots, dolphin stickers, a bunny. Foaming, splashing, trickling; erotic allusions. Elsewhere, things are turning into irritating scenarios: Treatment chairs with unexplained functions; unsettling apparatuses. Rapunzel's braid has been cut off; snakes wriggle out of bodies; the bitten apple. And again and again, volcanic eruptions. Occasionally, writings and comments mingle with the images and establish a hermetic symbolism. Knowledge of symbols can deepen the (picture) reading yet does not necessarily lead to a complete deciphering. Thus, the booklet can be read anew from the beginning over and over again.

Text: Miriam Albert


About the artist
Teresa Mayr was born in 1992 in Friedberg, Bavaria, and studied Fine Arts at various colleges and universities. Since completing her master's degree under Prof. Ina Weber at the UdK Berlin, she now works as a freelance artist and is currently pursuing her PhD at the Bauhaus-Universität Weimar. Her drawings have been awarded the Schulz-Stübner Foundation Prize and the Young European Artist Trieste Contemporanea Award among others. In addition to her drawing work, Teresa writes; one of her texts will soon be published in the "Atlas der Datenkörper" („Atlas of Data Bodies“) by transcript Verlag. She received grants from the Publication Fund for Emerging Artists at the Bauhaus-Universität Weimar twice and a PhD scholarship from the Konrad-Adenauer Foundation. In the summer semester of 2024, Mayr will also take on a teaching position at the Bauhaus-Universität. Teresa Mayr lives and works in Berlin.

Further publications by Teresa Mayr at Fantôme Verlag:

Teresa Mayr - Google Earth Book
Teresa Mayr - seit wir game of thrones kucken, liege ich auf dem bauch

Presse: